Geologie    
<< ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT
beil
Was erzÄhlen uns die Felsen vom Buchberg?
 

Zu allererst fallen die mächtigen Felstürme auf, die ähnlich wie aufgestapelte Müllsäcke wirken. Es sind Felsbrocken, die aus einer vor 350 bis 310 Mill. Jahren erkalteten Gesteinsmasse der Erdkruste übrig geblieben sind. Die Aufwölbung dieser magmatischen Gesteinsmassen fallen noch in das „Erdaltertum = Paläoziokum“ und wird die variszische Gebirgsbildung genannt. Es entstand ein Hochgebirge, das im Laufe der Zeit langsam durch Naturereignisse wie Verschiebung mit Erdbeben, Felsstürzen, Niederschlägen, Muren, Frostbrüchen, Wasserabgängen, Sturm und anderen Unwettern abgetragen wurde.

Bei der Aufwölbung drangen tieferliegende Massen in die schon abkühlende Masse ein. Die etwas ältere Gesteinsmaterie (10 Mill. Jahre) erkaltete langsamer und konnte in der Masse größere Kristalle bilden. Wir sprechen vom Grobkorngranit oder wie er nach seinem Vorkommen an der Grenze zwischen Mühl- und Waldviertel genannt wird dem Weinsberger Granit. In Spalten von Bruchstellen und Rissen drang neuerlich warme Gesteinsmasse ein, die schneller abkühlte und daher feinere Kristallstrukturen bildete. Wir sprechen von einem Feinkorngranit nach dem Mauthausner Typus.

So kommt es im Mühlviertel öfters vor, dass zwischen den so genannten Wollsack verwitterten grobkorngranitische Felsblöcken feinkorngranitische Gänge zu sehen sind. Diese Gänge können in allen Richtungen vorkommen, senkrecht wie waagrecht, je nachdem wie vorher die grobkorngranitischen Blöcke gelagert waren. Besonders deutlich sind diese unterschiedlichen Granitformen auf dem Buchberg unterm Hohhaus zu beobachten. Sie eignen sich ausgezeichnet zum vorsichtigen Klettern.

Die Hauptverwitterung der Felsbrocken erfolgte in einer Zeit, da die geologische Lage Mitteleuropas und damit auch des Mühlviertels in einer sehr heißen Zone lag. Die gleiche Art der Verwitterung kann man heute noch im südlichen Afrika besonders in der Namibwüste verfolgen. Dort gibt es keine Vegetation und die Felstürme liegen frei vor dem Beobachter. Unser Kontinent liegt jetzt in der gemäßigten Zone und ist dank der Feuchtigkeit mit grünem Wald – und Wiesenflächen bewachsen.